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Getränke! Technologie & Marketing 2/2022

Getränke! Technologie & Marketing, Fachzeitschrift für die Getränkeindustrie, ist die Fachpublikation für Führungskräfte der industriellen Getränkeherstellung im deutschsprachigen Raum. Wir berichten mit praxisorientierten Fachbeiträgen, Kurzartikeln und Meldungen über Roh­ und Zusatzstoffe, ihre Anwendungen, Herstellungstechnologie, Verfahrensund Prozesstechnik, Automatisierung, Verpackungstechnologie und material, Lagertechnik, Logistik und über Marketing und Märkte.

Ultraschall-Durchflussmessgeräte JUMO flowTRANS US W01 und W02 ROH- UND INHALTSSTOFFE | Getränketrends NARRATIVE FÜR KONSUMENTEN Lust auf Limo Rote Tomaten, grüner Mangold oder gelbe Zucchini – sobald das Frühjahr ins Haus steht, erfreut sich das Anpflanzen im eigenen Garten wieder großer Beliebtheit. Doch schon längst muss es zur Selbstversorgung mit frischem Obst oder Gemüse nicht mehr unbedingt der eigene Garten in ländlicher Umgebung sein. Mittlerweile gibt es jede Menge Tricks und Kniffe für das Gärtnern auf dem heimischen Balkon in der Innenstadt. Immerhin leben ca. 55 Prozent der Weltbevölkerung in einer Stadt und so ist ein Stichwort wie „Urban Gardening“ auch in Deutschland schon seit Längerem in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Nun gesellt sich unter Trendforschern im Hinblick auf eine Professionalisierung des Gemüse- und Obstanbaus in Städten ein weiterer zukunftsweisender Begriff dazu: „Vertical Farming“. In dieser Zukunftstechnologie stehen mehrstöckige Gewächshauskomplexe im Zentrum des Interesses, in denen, etwa in Form der Hydrokultur, eine vertikale, ressourcenschonende und platzsparende Anbaufläche – vergleichbar mit Hochhäusern – geschaffen werden soll. Hierbei wird eine Kreislaufwirtschaft angestrebt, die die Nahrungsmittelversorgung im Bereich von Obst und Gemüse sichern soll. Im Zuge dieser Forschungen sind im Übrigen bereits auch kleinformatige Gewächshäuser oder vertikale Vitrinen für den Balkon erhältlich. Das alles betrifft auch die Getränkeindustrie. 32 | Getränke! 02 | 2022 D en Spaß am Gärtnern hat nun auch die Deutsche Sinalco GmbH Markengetränke & Co. KG in Duisburg- Walsum für sich und ihre Kunden entdeckt. Unter dem Slogan „Ein Hoch auf’s Beet“ und der Aufforderung: „Oder willst du weitermachen wie bisher?“ läuft die neueste Werbeaktion des Softgetränkeherstellers. Hierbei besteht bis zum 30. Juni mit einem Aktions-Code in jeder Sinalco-Flasche die Gewinnchance auf eines der ausgelobten Hochbeete für den Garten, die Terrasse oder den Balkon. Und so heißt es für die Konsumenten: „Sinalco kaufen und Deckel checken!“, denn dort findet sich in der Regel der jeweilige Aktionscode versteckt. Und hierbei wird nun ausdrücklich nicht der Bock zum Gärtner gemacht, denn die durchdachte Kampagne richtet sich an junge und junggebliebene, dynamische Gärtner-Begeisterte, wie bereits die Sprache der Werbemacher signalisiert: „Bock zu gärtnern?“, fragen so auch die Gesichter des Werbespots in Anlehnung an die berühmte Redewendung. Hierbei wird die Symbolik und das Bild von jungen Machern entworfen, einer nachwachsenden Generation also, die tatkräftig zupackt, einen Wandel vor der eigenen Haustüre anstrebt und zur Verwirklichung ih- Foto: Sinalco rer eigenen Pläne nicht nur auf urbanen Dachterrassen Gemüse- und Salatsetzlinge in Holzhochbeeten anpflanzt, sondern dazu auch noch

Ultraschall-Durchflussmessgeräte JUMO flowTRANS US W01 und W02 ROH- UND INHALTSSTOFFE | Getränketrends ihr eigenes Markengetränk selbstbewusst konsumiert. „Wir haben unseren eigenen Kopf und unsere eigene Limo“, lässt die Gruppe gutgelaunter junger Leute dabei in die Kamera verlautbaren und vor allem wird am Ende des Werbe clips die Botschaft der Veränderung nochmals wiederholt und klar kommuniziert: Diese Generation will nicht weitermachen wie bisher, sie will ihre Angelegenheiten selbst in die Hand nehmen – und dazu hat sie auch ihr eigenes Getränk. Ergänzend zu dem Hochbeet, das nachhaltig von den Caritas Werk- und Wohnstätten Niederrhein, manuell angefertigt wurde, kann sich der Gewinner über drei Gartengeräte von Gardena freuen, die ihm das Gärtnern in heimischen Gefilden durchaus erleichtern. Das Urlaubs-Feeling versüßen ... Schaffenskraft, Lebensfreude und Limo, dieses Feeling vermittelt die neue Werbekampagne von Sinalco und setzt damit für den Trink genuss im Softgetränkebereich einen vitalen Akzent. Dabei finden sich zu den Klassikern Orange, Zitrone, Cola und Cola-Mix die Geschmacksrichtungen Orange-Maracuja und Zitrone-Limette. Und natürlich darf in jeder zeitgemäß aufgestellten Limo nadenkollektion der Blick auf den Zuckerkonsum nicht fehlen und so finden sich auch bei Sinalco Sorten wie Pink Grapefruit ohne Zucker und Passionsfrucht ohne Zucker. Wenn die Temperaturen in die Höhe schnellen, steigt auch die Sehnsucht nach exotisch-karibischem Urlaubsfeeling, und da kommt der Geschmack der Passionsfrucht für den Verbraucher gerade richtig. Und so lohnt sich der genaue Blick auf die Zutatenliste, um feststellen zu können, mit welchen Zuckerersatzstoffen hier gearbeitet wird. Sinalco setzt hierbei auf die altbekannten Süßungsmittelklassiker Natriumcyclamat und Saccharin sowie auf die noch „jüngere“ Sucralose, die seit dem Jahr 2004 in Europa, seit 2005 in Deutschland, zugelassen ist. Bei Sucralose handelt es sich um einen kalorienfreien Süßstoff, der etwa 600mal stärker süßt als Zucker und in zahnschonenden Produkten eingesetzt wird. Aufgrund seiner sehr hohen Wasserlöslichkeit eignet er sich für die Süßgetränkeherstellung und in der Liste der E- Nummern wird der Süßstoff unter E 955 als Lebensmittelzusatzstoff geführt. Durch und durch zeitgemäß, auch im Hinblick auf die Inhaltsstoffe, präsentiert sich dieses Jahr somit die Produktpalette von Sinalco. Und: Mit Tipps auf Instagram, wie die Hochbeete am besten bepflanzt und alles gepflegt wird, hält der Getränkehersteller via Social Media den Kontakt zu seiner (jungen) Zielgruppe und pflegt damit die Kundenbindung. Eine Werbekampagne also, die die Lust auf Limo wachsen und gedeihen lassen möchte. Innovationen mit (Geneva-)System Jung und aktiv präsentiert sich die Schweppes Deutschland GmbH aus Kreuztal. Auf ihrer Homepage setzt sie nicht nur auf ihre alteingesessene Bitterlimo aus dem Jahr 1783 sondern bedient sich trendigen Anglizismen wie „Let‘s Schweppes“ oder „Let‘s Mix It“. Tatsächlich tritt der gemischte Spaß deutlich in den Vordergrund, ob alleine oder in geselliger Party runde. Nur Schweppes Bitterlimo pur zu genießen war gestern. Hierbei blickt Schweppes aber auf einen innovativen Beginn seiner Firmengeschichte zurück, als der Juwelier Jacob Schweppe mit dem von ihm aus der Taufe gehobenen und als „Geneva-System“ benannten Verfahren es als erster schaffte, in größeren Mengen Kohlensäure herzustellen. Foto: Schweppes Deutschland Ein revolutionärer, erfinderischer Geist also in einer aufklärerischen und revolutionären Epoche, die geistesgeschichtlich geprägt war durch den Philosophen Immanuel Kant, der (mit großem Interesse an den Entdeckungen des Naturwissenschaftlers Isaac Newton) das philosophische Denken just zu jener Zeit in die Neuzeit führte. Und um die Bläschen der Kohlensäure überhaupt dauerhaft in der Flasche halten zu können, behalf sich der erfindungsreiche Amateur-Wissenschaftler Jacob Schweppe wiederum mit der „Egg-Bottle“, die liegend, mit einem dauer befeuchteten Korken, für den Verbleib der Kohlensäure im Getränk sorgte. Noch heute bildet die feinperlige Kohlensäure ein Herausstellungsmerkmal der Schweppes-Getränke und erfreut den durstigen Konsumenten in allen Classic-, Zero- und Fruity-Sorten. Die Verbindung von Historie und Moderne wird somit auch im Hause Schweppes noch gelebt. Schweppes geht 2022 mit zwei neuen Produkten im Getränkeregal an den Start: „White Peach“ und „Virgin Mojito“ bereichern die hauseigene Produktpalette. „White Peach“ kommt im Geschmack leicht herb und mit der Note von weißem Pfirsich daher. Grundlage für diese Geschmackskomposition ist ein Pfirsichgeschmack, kombiniert mit jenem der japanischen Kirschblüte und die Konnotation zum lieblichen weißen Tee. Eine zart-prickelnde Geschmacksvielfalt auf der Zunge. Bei der Sorte „Virgin Mojito“ handelt es sich um die alkoholfreie Alternative des bekannten Mojito-Cocktails, der den Geschmack von Limette und Minze in sich vereint. Sowohl „White Peach“ als auch „Virgin Mojito“ können pur oder im Mix genossen werden. Und während beide Sorten mit Zucker gesüßt sind, bietet auch Schweppes in der Sparte „Schweppes Zero“ zuckerfreie Varia tionen an. Unter dem Claim: „Null Zucker. Original Geschmack“ sind für den Kunden die Sorten „ Bitter Lemon“, „Tonic Water“, „ American Ginger Ale“ und „Wild Berry“ in der Zero-Variante erhältlich. Und auch bei Schweppes ist etwa in der Geschmacksrichtung „Tonic Water“ neben dem Süßungsmittel Acesulfam-K ebenfalls Sucralose enthalten. Und das bedeutet auch hier unterm Strich: Null Gramm Zucker. Um seine Markenbotschaft zu unterstützen, arbeitetet Schweppes noch mit den beiden Bar-Originalen Steffen Zimmermann und Falco Torini als Schweppes-Brand-Ambassadeure, die der Schweppes-Bar- Szene ihr Gesicht leihen. Narrative kreieren eigene Welt für Konsumenten Die gezeigten Beispiele von Sinalco und Schweppes machen deutlich: Mit ausgetüftelten Narrativen, die den nach Geschichten buchstäblich dürstenden Konsumenten in eine eigene Welt entführen und sie dort begleiten, bestreiten die Softgetränkehersteller das Jahr 2022 mit all seinen vielfältigen Herausforderungen. Dr. B. Sch. Getränke! 02 | 2022 | 33

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