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fng Magazin 3/2022

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kontrapunkt von Marie

kontrapunkt von Marie Schäfers Und wieder eine knappe Angelegenheit Alles ist immer da, wenn man es braucht. So kennen wir das, sogar seit Generationen. Wenn mal ein Regal leer blieb, war das ein Anblick, der ungläubiges Kopfschütteln hervorrief. Ach was, das passierte eigentlich nicht. Vielleicht mal montags, wenn am Wochenende wirklich alles geplündert wurde und die neue Lieferung noch nicht da war. Aber sonst? Jetzt lernen wir zum wiederholten Male: Nicht alles ist immer, ständig, in rauen Mengen verfügbar. Und wir müssen damit leben (lernen). Toilettenpapierknappheit kennen wir, das flüssige Gold Sonnenblumenöl haben wir schmerzhaft vermisst. Mehl war schon knapp, Nudeln waren es auch. Und jetzt droht eben Parmesan-Knappheit. In Norditalien grassiert die schwerste Dürre seit 70 Jahren. Der Fluss Po hat einen historischen Tiefststand erreicht. Ein ungewöhnlich trockener Winter, die ausgebliebene Schneeschmelze in den Alpen, ein trockener Frühling, jetzt dauerhafte Hitze. Das hat Auswirkungen auch auf die Milchproduktion. Die kommt immer weniger in der erforderlichen Qualität bei den Molkereien an. Der Käse wird knapper – und damit teurer. Und bald können vielleicht nicht mehr die gewohnten Mengen nach Deutschland geliefert werden. Diese Nachrichten darüber dürften schon wieder die ersten „Hamsterer“ auf den Plan rufen. Vorsorgen ja, hamstern nein Aber die neue Parmesan-Knappheit zeigt einfach: Knappe Angelegenheiten sind nun mal mittlerweile an der Tagesordnung. Das wird sich auch nicht in absehbarer Zeit bessern. Was jetzt? Clever reagieren. Und kommunizieren. Und vorsorgen in Krisenzeiten. Haben wir in vielen Punkten einfach verlernt, weil wie es nie machen mussten. Klar, die erste Welle der Weltkriegsangst ist schon wieder vorbei, die ganz schlimmen Hamsterkäufe sind fast schon wieder vergessen. Aber das kann wieder kommen. Warum also nicht mit Augenmaß vorsorgen? Nicht alles zusammenraffen, aber auch nicht sorgenfrei einfach immer nur dann einkaufen, wenn man wirklich schon in Sachen Grundnahrung auf der letzten Rille läuft? Manches ist eben wieder echter Luxus Das ist sicher kein Aufruf, jetzt das ganz große Parmesanrad zu drehen und sich daheim einen eigenen Reiferaum zuzulegen und ganze Laibe zu bunkern. Aber: Wir alle müssen wieder lernen, dass einige Dinge durchaus Luxus sind. Wie Parmesan. Und sie entsprechend nicht immer und sofort und in rauen Mengen – und vor allem supergünstig – zu haben sind. Das gilt es auch an die Verbraucher zu kommunizieren. Sie sehen und hören schließlich, wenn etwas aus Gründen der Pandemie, des Krieges oder des Klimawandels knapper wird oder schwieriger herzustellen ist. Ehrlichkeit und Offenheit Aber die Verbraucher merken auch schnell, wenn man diese Dinge nur vorschiebt, um künstliche Verknappungen herzustellen, den Preis einfach so nach oben zu treiben. Deshalb ist Ehrlichbleiben derzeit eine wichtige Tugend. Ehrlich, wenn etwas nicht funktioniert, wenn etwas knapp ist. Ehrlich auch dann, wenn sich Engpässe wieder auflösen. Und auch Ehrlichkeit, wenn man auf Menschen trifft, die nicht akzeptieren wollen, dass es jetzt eben manchmal Engpässe gibt und Rationierung sein muss. Und die dann z.B. gegenüber dem Personal im LEH ausrasten. Die gilt es dann ganz offen und ehrlich in die Schranken zu weisen und sie nicht um des lieben Friedens willen gewähren zu lassen. Denn eine Sache darf nie zu knapp werden – auch in Zeiten der Knappheit, die bei uns (und das gehört auch zur Wahrheit) noch nicht eine wirkliche Zeit der echten Einschränkung in den meisten Fällen ist: Der angemessene Umgang miteinander. 66 MAGAZIN 3 2022

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