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dihw MAGAZIN 4/2021

Die seit 2009 bestehende deutschsprachige Fachpublikation dihw MAGAZIN – DIAMANT HOCHLEISTUNGSWERKZEUGE – unabhängige Fachzeitschrift für PKD, PVD, CVD, CBN, Hartmetall – berichtet in einem vierteljährlichen Turnus über Werkzeuge zur Bearbeitung von Metallen, Metalllegierungen, Verbundwerkstoffen, Naturstein, Beton, Holz und Holzprodukten, Glas sowie sonstigen Produkten bis hin zum Wasserstrahlschneiden mit Diamantdüsen von Tiefkühlprodukten.

Komponenten/Zubehör

Komponenten/Zubehör IoT-Lösung zur Echtzeitmessung von Spannkraft Der Spezialist für Spanntechnologie Röhm präsentierte auf der EMO 2021 erstmals die Spannbacke iJaw. Mit ihr lässt sich während der spanenden Bearbeitung die Spannkraft in Echtzeit messen. Damit löst Röhm ein Problem, für das es bisher keine akzeptierte, industrielle Lösung gab: Das Einstellen der Spannkraft geschieht bis dato meist durch den Bediener der Werkzeugmaschine und ist Erfahrungssache. Fehler bei der Bearbeitung durch falsche Spannkraft oder Werkstückverlust sind damit vorprogrammiert. Die von Röhm vorgestellte iJaw integriert Sensorik zur Spannkraftmessung sowie drahtlose Datenübertragung in eine vollwertige Spannbacke. Die Messung erfolgt direkt an der Spannstelle zum Werkstück, die Datenübertragung an ein Gateway geschieht über den kommenden Industriestandard IO-Link Wireless. Das Gateway lässt sich über die integrierte Profinet-Schnittstelle mit der Maschinensteuerung verbinden und/oder sendet die Daten über das integrierte LAN-Interface in eine Cloud. Das Spannen von Werkstücken geschieht selbst auf modernsten Werkzeugmaschinen bis heute so wie bereits vor hundert Jahren: Der Bediener spannt „nach Gefühl“. Mangels Sensorik kann ihn die Werkzeugmaschine dabei nur in geringem Umfang unterstützen. Und damit Werkstücke wirklich „sicher“ gespannt sind – niemand möchte ein Herausschleudern riskieren –, wird Messende Spannbacke iJaw als Konsolenbacke mit wechselbaren Spanneinsätzen und zwei Spannstufen. Die iJaw ist ab Februar 2022 verfügbar. die Spannkraft oft eher zu hoch eingestellt. Gerade bei dünnwandigen Bauteilen oder empfindlichen Oberflächen führt das schnell zum Verformen und Verdrücken. Mit der iJaw präsentiert der Spannmittelspezialist Röhm eine Spannbacke mit integrierter Sensorik zur Messung der Spannkraft direkt an der Spannstelle. Zwischen dem Sensor und dem Werkstück befindet sich lediglich ein nur einige Millimeter dicker Spanneinsatz. Damit eliminiert Röhm nahezu alle verfälschenden Einflussfaktoren und die iJaw kann über die tatsächliche, am Werkstück anliegende Spannkraft Auskunft geben. Die gemessenen Daten überträgt die iJaw kabellos über das robuste IO-Link Wireless-Protokoll mit einer hohen Abtastrate von 100 Hz an ein Gateway. Das bedeutet, die iJaw misst in Echtzeit während der Bearbeitung. Dazu ist sie entsprechend robust aus gehärtetem Stahl und wasserdicht (IP 68) ausgeführt. Die Sendeantenne hat zum Schutz gegen glühende Späne eine Abdeckung aus Hochtemperaturkunststoff. Die iJaw lässt sich auf allen Drehfuttern mit einer passenden (Standard-)Backenschnittstelle wie jede andere Spannbacke montieren und einsetzen. Zur Markteinführung gibt es die iJaw als Stufenbacke für Drehfutter mit Geradverzahnung oder Schrägverzahnung in den Größen 215, 260 und 315. Passende Drehfutter von Röhm sind die Kraftspannfutter mit Backenschnellwechselsystem Duro-A RC, Duro-NCSE und Duro-NC sowie das Pendant aus dem konventionellen Bereich das Duro- T. Zur Anpassung der Backen an unterschiedliche Werkstückgeometrien gibt es verschiedene, wechselbare harte und weiche Spanneinsätze, die mit Schrauben auf der Backe arretiert werden. Gateway als Daten-Hub Sensorik für die Spannkraftmessung und Elektronik für kabellose Datenübertragung via IO-Link Wireless sowie wiederaufladbarem Akku im Inneren der iJaw. Das Gateway mit IO-Link Wireless-Empfänger dient zum Empfang der Daten und zu deren Weiterleitung. Zur Anbindung an die Maschine bietet das Gateway eine Profinet-Schnittstelle. Darüber liegen die Daten an der Maschinensteuerung an und können auf dem HMI der Werkzeugmaschine angezeigt und/ oder von der Maschinensteuerung weiterverarbeitet werden. Über eine LAN- Schnittstelle am Gateway lässt sich die iJaw mit dem Internet verbinden und ist damit eine echte IoT-Lösung. Die Daten können darüber in eine Cloud gesendet und dort archiviert und weiterverarbeitet werden. IO-Link Wireless als kommender Industriestandard Das IO-Link Wireless-Protokoll sieht Röhm als den kommenden Standard in der drahtlosen Kommunikation im industriellen Umfeld. Gegenüber dem heute vielfach eingesetzten Bluetooth ist IO-Link Wireless deutlich robuster und stabiler. Röhm ist überzeugt, dass sich bei kommenden IoT-Produkten immer stärker IO-Link- Wireless durchsetzen wird. Röhm hat sich daher für den Entwicklungzeitraum der iJaw-Technologie beim IO-Link Wireless-Spezialisten CoreTigo eine exklusive Nutzung für Anwendungen in der Spanntechnik gesichert. CoreTigo ist Entwicklungspartner bei den Hardwarekomponenten für die drahtlose Übertragung. Weitere Infos: www.roehm.biz 44 dihw 13 · 4 2021

Komponenten/Zubehör Werkzeughaltersysteme Smart im Quadrat: der neue iTENDO 2 Fräsen, Bohrsenken oder Mikrozerspanung – der intelligente Werkzeughalter iTENDO hat bereits in zahlreichen Applikationen seinen Nutzen unter Beweis gestellt. Nun kommt sein Nachfolger auf den Markt: Der iTENDO 2 ist kompakter, leistungsstärker und bietet deutlich mehr Einsatzmöglichkeiten. Aufgrund seiner reduzierten Bauform kann er Standard-Werkzeughalter eins zu eins ersetzen und somit auch Serien-Tätigkeiten auswerten. Zudem ist er durch seine erhöhte Drehzahl etwa in der Luft- und Raumfahrttechnik und der Mikrozerspanung einsetzbar. Der iTENDO 2 merkt, wenn etwas beim Zerspanprozess nicht stimmt. Etwa wenn zu hohe Schwingungen auftreten, es zu Rattermarken kommt oder ein Werkzeug kurz vor dem Bruch steht. Ausgestattet mit Sensor, Akku und Sendeeinheit erfasst der smarte Werk- Kompakter und leistungsstärker: Mit dem neuen iTENDO 2 können Anwender ihre Zerspanprozesse unkompliziert überwachen. In der iTENDO 2 pad-Variante kommt der smarte Werkzeughalter direkt mit Tablet im Koffer zum Kunden. Über die mitgelieferte App können Anwender ihren Zerspanprozess transparent abbilden und optimieren. zeughalter Vibrationen unmittelbar am Werkzeug. Ändert sich der Zustand der Schneide oder des Werkzeugs, kann er dank des geschlossenen Regelkreises in Echtzeit reagieren und Schaden am Werkstück oder -zeug verhindern. Sein Vorgänger iTENDO glänzte dabei bereits in mehreren Anwendungsfeldern beim klassischen Fräsen und darüber hinaus. Der iTENDO 2 öffnet nun die Tür zu noch mehr Möglichkeiten: Mit seiner erhöhten Drehzahl von maximal 30.000 U/min ergeben sich umfangreiche Einsatzmöglichkeiten in der Luft- und Raumfahrt, Glasbearbeitung, Automobilbranche und Medizintechnik. Auch bei anspruchsvollen Serientätigkeiten beweist er seine Qualitäten. Denn dank seines optimierten Bauraums kann er Standard-Werkzeughalter eins zu eins ersetzen. Eine Neuprogrammierung der Maschine ist somit nicht notwendig. Seine Störkontur ist gegenüber Standard-Werkzeughaltern unverändert. Der neue iTENDO 2 ist in der Baugröße TENDO HSK-A 63 mit einem Durchmesser von 20 x 90 verfügbar. Kleinere Spanndurchmesser können über den Einsatz von Zwischenbüchsen abgedeckt werden. Für den einfachen Einstieg in die Prozessüberwachung bietet SCHUNK den iTENDO 2 in drei verschiedenen Ausstattungspaketen an. Sie erfüllen unterschiedliche Anforderungen der Anwender an die Datennutzung. Besonders schnell geht die Inbetriebnahme mit dem Paket iTENDO 2 pad. Dabei kommt der smarte Werkzeughalter direkt mit Tablet im Koffer zum Kunden. Dann heißt es: Einstecken, Verbindung zum Tablet aufbauen und los geht’s. Mithilfe der mitgelieferten App kann der Anwender direkt alle wichtigen Daten auf dem Tablet abrufen und für Parametrierung und Trendanalysen nutzen. Im Vordergrund stehen die Prozesstransparenz und die einfache Prozessoptimierung, um Schwingungen zu vermeiden. Damit können nicht nur bessere Oberflächen, sondern auch deutlich längere Werkzeugstandzeiten erreicht werden. Im Frühjahr 2022 bringt SCHUNK dann den iTENDO 2 easy connect heraus. Durch seine Datenschnittstelle können Kunden mit der spezialisierteren Variante ihre Prozesse nicht nur verfolgen, sondern sie und ihre Maschinen auch überwachen. Noch mehr Möglichkeiten bietet schließlich das geplante Paket iTENDO 2 pro: Dank voller Maschineneinbindung können Nutzer mit dieser Ausstattung sogar Prozesse in Echtzeit regeln. Weitere Infos: www.schunk.com dihw 13 · 4 2021 45

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